Sibratsgfäller Persönlichkeit

Reinhard Dorner

ist leidenschaftlicher Modellbauer. In seiner kleinen Werkstatt hat er seine Modelle aufgestellt. In Regalen an der Wand stehen seine faszinierenden Objekte - angefangen von kleinsten Modellen von Kriegsfahrzeugen bis hin zu dampfbetriebenen Maschinen und einem Elektro-Sternmotor. Kaum zu glauben, dass er all diese Modelle in filigranster Handarbeit selbst hergestellt hat. In greifbarer Nähe dazu hat er seine Werkzeuge, Maschinen, Gerätschaften und Ersatzteile untergebracht. Jeden noch so kleinen Platz hat er bestens genutzt. "Es ist nicht immer leicht, alle erforderlichen Teile zu bekommen, trotz Internet und Spezialgeschäften", merkt Reinhard an. Und wenn er etwas nicht auftreibt, fertigt er den Bestandteil eben kurzerhand selbst an. Wenn es sein muss, sogar Zahnräder.

Wie er zum Modellbau gekommen ist:
Angefangen hat die Geschichte mit der Säge, die er von seinem Vater übernommen hatte. Reinhard hätte gerne die Säge umgebaut und modernisiert. Er baute sogar in Eigenregie ein Modell der neuen Säge, das übrigens heut noch vonn funktionsfähig ist. Aber in der kinderreichen Familie - Reinhard hatte 11 Geschwister - war kein Geld für seine Modernisierungspläne vorhanden. Von seinen Träumen blieb nur das Modell der Säge. Und so entdeckte er seine Leidenschaft für das Bauen von Modellen. Angefangen hatte er mit gekauften Kunststoff-Bausätzen. Als er in diesen keine Herausforderung mehr sah, begann er nach eigenen Plänen Werke aus Holz und Metall zu erschaffen. Neben seinem Beruf als Baggerfahrer und Betriebsleiter des Schiliftes Sibratsgfäll verbrachte er einen großen Teil der Freizeit in seiner Werkstatt. Reinhard hat nie einen Handwerksberuf gelernt. Er hat sein Talent einfach eingesetzt und daraus sein Hobby gemacht.

Besonders stolz ist Reinhard auf ein ganz spezielles Modell. Es ist so groß, dass er in der Werkstatt keinen Platz dafür hat. In der Garage befindet sich das maßstabgetreue Abbild seines Sägewerks, gefertigt in aufwändiger, stundenlanger Handarbeit. Bis ins letzte Detail, sogar kleinste Werkzeuge hängen an der Wand der Modellsäge. Interessierten zeigt Reinhard gerne seine filigranen Modellbauten und die alte Säge.

Ein bisschen Wehmut macht sich in Reinhard breit, wenn er an seine Säge denkt. Was wäre wohl aus ihr und ihm geworden, wenn er damals investieren und modernisieren hätte können? Aber er sieht es auch als Glücksfall an. Denn so konnte die alte Säge in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten bleiben und steht nun unter Denkmalschutz. Und vielleicht wäre Reinhard sonst nie zu seinem erfüllenden und faszinierendem Hobby gekommen.